Naturbilder Digital

Der Löffler

Mein erster Löffler

Juni 2008

(Thomas Brocher)

Wie kam ich dazu?
Schließlich ist er alles andere als häufig in unseren Breiten. Habe ich Eure Neugierde geweckt?
Dann lest mal weiter:

FD-08-0746-wEs war Donnerstag, ich hatte bereits Montags 1 Tag Überstunden genehmigen lassen, es staute sich. An diesem Tag wollte ich mit meiner Frau den Tag verbringen und Ihr mal die Location zeigen, an denen Frank und ich uns oft herumtreiben. Wir hatten riesig Glück mit dem Wetter, es war zwar kühl aber sonnig, einfach herrlich. Also starteten wir unsere Tour durch Holland.Nach einem Spaziergang durch Mariapeel fuhren wir weiter in den Nationalpark Groote Peel. Wie in Mariapeel zogen auch dort die Lachmöwen ihre Kreis und balzten, was das Zeug hält. Meine Frau war von beiden Gebieten begeistert. Natur pur, herrliche Landschaft und eine Tierwelt, die richtig Spaß macht. Wir sahen Rehe, Schwarzkehlchen, Rotkehlchen, Fitis, laut hörbare Lachmöwen, Reiherenten, Kanadagänse, Graugänse, Schwäne, Graureiher und Froschleiche. Und natürlich meinen ersten Löffler.

 

 

 

 

FD-08-0740-wAuf der Fahrt von Groote Peel nach Roermond, für einen abschließenden Stadtbummel, hielt ich noch kurz an einer Beobachtungshütte an. Auf dem Weg dorthin, sah ich links am Teich einen weißen Kopf. Sofort richteten wir unseren Blick dorthin, Petra mit dem Fernglas. Ich sagte Ihr, dass dort ein Silberreiher sei und wir uns still verhalten sollten, denn sie sind ja sehr scheu. Doch dann drehte der Vogel seinen Kopf und ich sah ihn, den Löffel-Schnabel.

Jetzt hatte ich ihn, meinen ersten Löffler!
Da ich zum spazieren gehen mit Petra unterwegs war, nahm ich nur mein 100-400 mit und nicht das große und schwere 500-er. Natürlich war ich zu weit weg, trotzdem drückte ich auf den Auslöser. Wann sehe ich diesen Vogel schon mal? Da es zu weit weg war, ging ich vorsichtig auf die andere Seite eines Baches und kam so 5 m näher. Den Vogel interessierte es gar nicht. Jetzt wollte ich es wissen und versuchte mein Glück, unter den Zaun hindurch wollte ich. Meine Frau meinte noch, dass dies teuer würde, denn es handelte sich um Stacheldrahtzaun. Trotz meines Bauchansatzes „flutschte“ ich gut unten durch und kroch bäuchlings immer näher heran. Der Vogel nahm erstaunlicherweise nahezu keine Notiz von mir.

Immer weiter krabbelte ich heran und mir gelangen immer formatfüllendere Aufnahmen. Irgendwann war ich so nah, dass ich es nicht glauben konnte. Schließlich sind die Vögel nicht gerade als zutraulich bekannt. Als ich dann noch höchsten 5m weg war, konnte ich meiner 40 m hinter mir stehenden Frau winken, es störte ihn nicht. So etwas habe ich noch nicht erlebt und es wird voraussichtlich ein einmaliges Erlebnis bleiben.Jetzt versuchte ich Bilder zu machen, wie sie einem sonst nur im Zoo gelingen können.Portraits eines Löfflers, mal nur die Löffelspitze oder nur das Auge. Doch über die Portraits kam ich leider nicht mehr hinaus.

 

 

 

FD-08-0837-wVoll auf die Sache konzentriert bemerkte ich erst jetzt, dass die Wiese eigentlich Pferden gehört. Anscheinend hatten Sie mich auch bemerkt, denn sie kamen schnurstracks auf mich zu. Pferde sind nicht mein Ding, außerdem beschützten die Mütter ihr Fohlen. Von daher nahm ich die Beine unter den Arm und gab Gas. Gerade war ich unter dem Zaun durch, da standen sie nur noch wenige Meter hinter mir auf der anderen Zaunseite. Damit verpasste ich leider Flugaufnahmen des seltenen Vogels, denn logischerweise ergriff der Löffler ebenfalls die Flucht.

In dem Fall war mir meine eigene Gesundheit aber lieber ;-)

 

 

 

 

Ergänzung von Frank :

Thomas` Vermutung, dass es sich nur um ein einmaliges Erlebnis handeln würde, bestätigte sich glücklicherweise nicht. Er konnte in den folgenden Wochen noch häufiger ganz nah an den Löffler herankommen. Auch mir gelangen viele Bilder teils aus nächster Nähe. Der Löffler kam nämlich von selber während seiner Futtersuche teils auf knapp fünf (!) Meter heran.
Übrigens hat Thomas bei späteren gemeinsamen Löffler-shootings immer wieder Kopf und Kragen riskiert und ist trotz der neugierigen Pferde auf der Weide geblieben und hat weiter fotografiert. Er hat es sogar völlig unbeschadet überstanden, wie hier noch zu sehen ist:

Ich habe in diesem Bericht meine Bilder verwendet, weil mir Thomas noch keine von sich geschickt hat.

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