Naturbilder Digital

AutoISO

© Hasifisch.de

EOS 7D Praxis – Auto-ISO

12.10.2009

AUTO ISO

Diese Funktion implementiert Canon meines Wissens das erste Mal in einer DSLR – jedenfalls auf diese Weise. Generell stellt die Kamera bei Wahl von “A” im ISO-Eintellmenü (unter ISO 100) den gesamten Bereich von ISO 100 bis ISO 3200 zur Verfügung. Da ab ISO 6400 die Bildqualität durch das stärkere rauschen stärker nachlässt als bis ISO 3200, finde ich diesen Bereich sinnvoll.

2009_09_06_0019_Formula_Master

In der Praxis ist die ISO-Automatik unter bestimmten Voraussetzungen eine feine Sache. Wenn ich motivbedingt genaue Vorstellungen von Blende und Zeit habe, ist die automatisch angepasste ISO-Empfindlichkeit der entscheidende dritte bildgestalterische Wert en einer Spiegelreflexkamera. Eine mögliche Situation ist z.B. der Rennsport. Wenn ich eine Motiv per Mitzieher dynamisch abbilden möchte, wähle ich eine Zeit vor (Programm “TV”), um eine genau definierte Verwischung des Hintergrundes zu erreichen. Im Programm “TV”, also “Time Value = Blendenautomatik”, stellt die Kamera zu dieser vorgewählten Zeit die passende Blende ein, um damit eine korrekte Belichtung zu erreichen. Allerdings gebe ich damit das bildgestalterische Mittel “Blende” aus der Hand – ich habe nur indirekt Einfluss darauf, wie die Schärfentiefe oder eventuelle auch die Schärfe des Objektives (bei einem Objektiv, welches abgeblendet eine bessere Schärfeleistung besitzt) im Bild ist. Diese Problem kann ich mit der ISO-Automatik umgehen!

Hier nun meine Einschätzungen zum Verhalten der einzelnen Belichtungsprogramme im Zusammenspiel mit dieser Funktion in der Praxis. Alle Versuche mit einem 2.8/70-200.

 

TV – Blendenautomatik

Hier wird die Zeit vorgewählt und die Kamera errechnet dazu die passende Blende, um ein korrekt belichtetes Bild zu erzielen. Die 7D lässt in diesem Programm die eingestellte Zeit immer unveränderlich stehen, wie es sich gehört. Jetzt versucht sie, eine möglichst offene Blende bei möglichst geringer ISO-Zahl zu erreichen. Also Blende 2.8 in meinem Beispiel und ISO 100. Wird das Motiv dunkler und die Kamera ist bereits bei Blende 2.8, wird die ISO-Zahl erhöht. Bei hellen Motiven schließt sie die Blende, wenn ISO 100 erreicht ist.
Wie ich oben bereits schrieb, gefällt mir diese Option im Zusammenhang mit solchen Motiven wie im Rennsport. Ich hoffe, das ich sie am 17. und 18.10.2009 beim ADAC Masters Weekend ordentlich testen kann.

AV – Zeitautomatik

In diesem Programm gibt es eine Besonderheit im Vergleich zu TV – die Kamera berücksichtigt die Objektivbrennweite und versucht eine Zeit zu erreichen, die für den Anwender verwacklungsfrei ist. Ich würde mir allerdings wünschen, das man diese Funktion bei der Verwendung von stabilisierten Objektiven deaktivieren kann. Das scheint aber nicht der Fall zu sein bzw. ich habe diese Möglichkeit nicht gefunden.
An meinem 2.8/70-200 legt die Kamera diese Werte bei 70mm auf 1/100s – 1/125s und bei 200mm auf 1/250s – 1/320s fest. Sollte sie diese Minimalwerte nicht erreichen und ist bereits bei ISO 3200 angekommen, verlängert sie auch “unwillig” die Belichtungszeiten.
Das von Canon programmierte Verhalten finde ich soweit ganz hervorragend und logisch, nur fehlt mir als Technikfreund und versiertem Fotografen die Einstellmöglichkeit der “Verwacklungsgrenze” oder einfach die Option, die Kamera den “IS” des Objektives erkenn zu lassen und dann längere Belichtungszeiten zu wählen.

M – Manuell

Im “M”-Programm wird die ISO-Automatik endgültig zum “Dritten Element”. Durch die exakte Vorgabe von Blende und Belichtungszeit habe ich volle Kontrolle über die Bildgestaltung. Wenn ich ganz genaue Vorstellungen von der optimale Blende und er optimalen Belichtungszeit habe, kann ich über eine variable ISO-Einstellung trotzdem mit einer korrekt belichtenden Automatik arbeiten und kann mir dadurch viele Arbeit sparen. Denn sonst muss ich bei jeder kleinen Änderung des Motives, Bildausschnittes oder der anliegenden Beleuchtung die Belichtung neu messen und von Hand per Veränderung eines Parameters anpassen. In diesem Fall die ISO. Also warum sollte das nicht gleich die Kamera machen?
Leider gibt es nach meiner Meinung bei der Umsetzung durch Canon ein großes Problem. eine Automatik – und das ist eine veränderliche ISO auf jeden Fall – funktioniert in der Praxis nur richtig, wenn ich die Belichtung vorgeben, also eine Belichtungskorrektur einstellen kann. Dazu habe ich in den Programmen TV und AV die Belichtungskorrektur auf dem daumenrad, um das Motiv gezielt über- oder unterbelichten zu können. Diese Funktion fehlt bei “M” völlig.
Das ist soweit logisch, da “M” eigentlich keine Automatik ist und die Korrektur direkt über die Veränderung von zeit oder Blende erfolgt. Die Belichtungswaage im Sucher oder auf dem oberen Display zeigt diese “Fehlbelichtung” dann an. So eine mögliche Über- oder Unterbelichtung ist bei vielen Aufnahmen nach wie vor sehr wichtig, zum Beispiel bei Schneeumgebung oder HighKey und LowKey Bildern.
Ich halte es daher für sinnvoller, bei kommenden Modellen das Programmrad um das Programm “AUTO ISO” zu erweitern. Dort könnte man genau wie in “M” Zeit und blende vorwählen. Die Taste “ISO” oben auf der Kamera wäre in diesem Programm überflüssig und könnte statt dessen mit der Funktion “Belichtungskorrektur” belegt werden. Also bei einem Druck auf diese Taste hätte man nicht die Optionen “ISO Einstellung” mit dem Hauptrad, sondern “Belichtungskorrektur”.

P – Programmautomatik
Hier wird es für mich ehrlich gesagt etwas schwierig, das Verhalten der Kamera zu beschreiben. Kurz kann ich sagen, das sie ohne Blitz klar niedrige ISO und offenen Blenden bevorzugt und mit externem Blitz zu meiner Überraschung ziemlich an 1/60s festhält und sogar eher auf ISO 3200 als eine kürzere Belichtungszeit geht. Das kann ich momentan nicht nachvollziehen und werde ich werde mich deshalb noch mehr damit beschäftigen müssen.

Fazit

Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung – nur leider nicht ganz so umgesetzt, wie ich es mir wünschen würde. Natürlich lässt sich auch mit der ISO-Automatik in dieser Form sehr gut arbeiten, aber sie könnte logischer (“M”) und besser konfigurierbar umgesetzt sein.

Weiterlesen:

Start

Autofokus

Bedienung

Sucher Teil 1

Sucher Teil 2

AF-Feintuning