Naturbilder Digital

Sucher Teil 1

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EOS 7D Praxis – Sucher Teil 1 – AF

14.10.2009

Der Sucher

Dieser Artikel bezieht sich auf die Sucheranzeigen in der Bildfläche, also nicht auf die Informationen, die am Rand angezeigt werden.
Die Bilder der im Sucher angezeigten Elemente wurden am Computer erstellt und entsprechen nicht zu 100% der tatsächlichen Anzeige. Sie reichen aber zur schematischen Dartsellung aus und entsprechen dem Original recht genau in Größe und Anordnung!

Mit der 7D führt Canon eine neue Technik im Sucher ein. Vor der Mattscheibe befindet sich ein durchsichtiges LCD, welches alle Funktionen und Einstellungen anzeigt, welche die Auswahlmodi der AF-Felder betreffen. Außerdem wird mit dieser Technik eine elektronische 3D-Wasserwaage im Sucher dargestellt und ein Gitter eingeblendet.
ein kleines Fazit vorweg: man gewöhnt sich an den Luxus dieser Anzeige sehr schnell und fragt sich bald, warum die so nicht schon früher realisiert wurde. Die angezeigten Elemente sind scharf, die dargestellten Informationen sind umfangreicher und besser zu konfigurieren.
Ein Nachteil für viele Anwender ist es aber sicher, das die 7D nicht mit Wechselmattscheiben von Canon bestückbar ist. Auch für Fremdanbieter von Wechselmattscheiben mit stärkerer Mattierung und/oder Schnittbildindikatoren und ähnlichen Funktionen wird die technische Machbarkeit sicher sehr erschwert beziehungsweise unmöglich.

Der Sucher der 7D ist deutlich größer als der anderer APS-C DSLRs von Canon. Erstmals gibt es für eine Kamera mit dem “kleinen” Sensor ein 100% Abdeckung, es wird also das Bild komplett so wiedergegeben, wie es auch aufgenommen wird. Mir war die prozentuale Beschränkung bei digitalen Spiegelreflexkameras sowieso immer ein Rätsel, denn sie stammt aus der Zeit der analogen Kameras. Bei der Entwicklung von Papierbildern im Labor wurde immer ein wenig vom Rand weggeschnitten, um eventuellen Randfehlern durch nicht korrekt eingelegte oder transportierte Filme und andere Ursachen vorzubeugen. Für den Kunden wäre es aber schwer zu verstehen, wenn von seinem Motiv am Rand etwas fehlt. Also erfanden die Kamerahersteller für Nicht-Profi-Kamera den “beschnittenen Sucher”. Zwar gibt es in der digitalen Entwicklung nach wie vor das Phänomen, das in Laboren ränder abgeschnitten werden, doch die meisten mit einer DSLR fotografierten Bilder landen eher auf der Festplatte oder selbst bearbeitet im Internet, so dass die Nutzer heute mehr Kontrolle haben. Und einer Kamera mit zumindest professionellem Anstrich wie der 7D steht der 100% Sucher sehr gut – er ist einfach standesgemäß.

Die AF-Feldanzeigen
Die neuen, umfangreichen AF-Messfeldwahlmodi der 7D und der dadurch bedinget Informationsbedarf werden der Hauptgrund sein, warum Canon ausgerechnet mit dieser Kamera die neue LCD-Technik einführt. So lässt sich dem Nutzer darstellen, in welchem Modus er sich befindet und welche(s) AF-Feld(er) aktiv sind.
Eine wichtige Einstellung – zu finden unter den “Custom Functions” im Menü als “C-Fn II/9″ ist die ständige Anzeige aller AF-Felder oder nicht. Ich empfehle auf jeden Fall, die Anzeige zu deaktivieren – man sieht einfach weniger vom Motiv, wenn man ständig alle 19 Indikatorrahmen im Blick hat! Die Auswahl einzelner Felder oder Zonen geht auch ohne diese Anzeige sehr gut, da das oder die aktive(n) AF-Messfeld(er) trotzdem immer dargestellt werden.

Ich zeige nun, wie die Sucheranzeige in den einzelnen AF-Wahlmodi aussieht und wie sie sich beim Arbeiten ändern.

Manuelle Wahl – Einzelfeld-AF

7D_Sucher_einzelfeld_AF_alle_aktiv

Bild oben:
C.Fn III/9 – alle Felder anzeigen aktiviert
Die 7D nutzt – mich etwas störend - in diesem Modus zur Anzeige der momentan nicht benutzten AF-Felder die Spot-AF- Indikatoren.

7D_Sucher_einzelfeld_AF_alle_deaktiv

Bild oben:
C.Fn III/9 – alle Felder anzeigen deaktiviert
So ist es angenehmer – ich habe weniger Ablenkung vom Motiv, da mir nur das ausgewählte AF-Messfeld angezeigt wird. In diesem Fall ist es das mittlere AF-Feld beziehungsweise sein Indikator.


Manuelle Wahl – Spot-AF

7D_Sucher_spot_AF_alle_aktiv

Bild oben:
C.Fn III/9 – alle Felder anzeigen aktiviert
Die einzige Änderung zum “Einzel-AF” ist hier das zusätzliche kleine Rechteck im großen Feldindikator.

7D_Sucher_spot_AF_alle_deaktiv

Bild oben:
C.Fn III/9 – alle Felder anzeigen deaktiviert
Auch in diesem Modus ist es mir persönlich lieber, nicht alle kleine Indikatoren zu sehen.

Die 7D nutzt zur Anzeige nicht genutzter AF-Felder immer die kleinen Spot-AF-Indikatoren. Daher werde ich dazu keine weiteren Beispielbilder zeigen. Zur besseren Erkennbarkeit des AF.Indikatoren verringere ich in den folgenden Bildern die Deckkraft des Hintergrundes.

Manuelle Wahl – AF-Feld Ausweitung

Bild rechts:7D_Sucher_ext_AF_mitteIn diesem Modus benutzt die 7D zusätzlich zum ausgewählten Einzelfeld alle horizontal und vertikal benachbarten Felder. Im Fokusmodus “AI Servo” werden die tatsächlich zusätzlich verwendeten Felder aber nicht angezeigt, sondern es bleibt bei der Anzeige der benachbarten Felder mit Hilfe der kleinen Spot-AF-Indikatoren.

 

 

 

 

 

 

Bild rechts:7D_Sucher_ext_AF_OneShot
Im Fokus-Modus “One Shot” wechselt dagegen die Anzeige: die Kamera zeigt die aktiven, benutzten AF-Felder – also auch die zum ursprünglich ausgewählten benachbarten – und blendet die nicht benutzten Felder aus. In diesem Fall benutzt sie das mittlere Feld und das direkt darunter liegende.

 

 

 

 

 

Bild rechts:7D_Sucher_ext_AF_aussent
Hier wurde ein äußeres AF-Feld ausgewählt. Es gibt in diesem Fall nur zwei benachbarte AF-Felder.

 

 

 

 

 

 

AF-Messfeldwahl in Zone (Manuelle Auswahl einer Zone)

7D-Sucher_Zone-Mitte_inaktiv_1
Die 7D ermöglicht AF-Tracking (also Verfolgung bewegter Motive mit automatischer Übergabe der AF-Felder) auch in vordefinierten “Zonen”, von denen es fünf gibt.

Bild rechts:
Die mittlere Zone wurde gewählt. Es wird nur schematisch der äußere Rand angezeigt. Erst beim Aktivieren des AF werden die tatsächlich benutzten AF-Felder eingeblendet (siehe nächstes Bild).

 

 

 

 

Bild unten:
Die mittlere Zone wurde ausgewählt und der AF wurde aktiviert. In diesem Fall hat der Autofokus
mit 4 der 9 möglichen, in der mittleren AF-Zone gruppierten AF-Felder fokussiert. Die Motivteile
unter diesen 4 Feldern liegen also in gleicher Entfernung vom Fotografen.
7D-Sucher_Zone-Mitte_inaktiv_1

Bild unten:
Die linke Zone wurde ausgewählt und der AF wurde aktiviert. In diesem Fall hat der AF mit zwei Feldern “gegriffen”.
7D-Sucher_Zone-Mitte_aktiv_1

Bild unten:
Ein Beispiel von der unteren Zone, lediglich ein AF-Messfeld fokussiert.

7D_Sucher_Zone_links_aktiv

 


Automatische Wahl: 19 AF-Messfelder7D_Sucher_alle_Start_aktiv

In diesem AF-Messfeld-Wahlmodus werden alle 19 Kreuzsensoren der Kamera zur Fokussierung
verwendet. In diesem Modus ist vor allem “object tracking” möglich. Deshalb gibt es einen
gravierenden Unterschied zu allen bisherigen Nicht-Profi-DSLRs von Canon: obwohl “alle
AF-Felder” ausgewählt wird, legt der Nutzer ein einzelnes AF-Startfeld fest. An diesem Feld
beginnt dann die Kamera mit der Fokussuche und nach dem Finden eines fokussierbaren Objektes
mit dessen Verfolgung durch Übergabe an andere AF-Messfelder.

Bild rechts:
Der große Rahmen zeigt den Modus an – also die Verwendung aller Messfelder – und der einzelne
AF-Indikator ist das vom Photographen ausgewählte AF-Messfeld zum Start der Fokussierung.

 

Bild rechts:7D_Sucher_alle_aktiv
Der Autofokus wurde aktiviert und hat sofort an insgesamt 5 AF-Messfeldern “gebissen”. Diese
werden als aktive Felder angezeigt. Die Zahlen dienen zur Verdeutlichung der Lage aller Sensoren.

 

 

 

 

 

 

Bild rechts:7D_Sucher_alle_aktiv2
Die Kamera wurde leicht geschwenkt. Der Autofokus hat das im Bild vorher fokussierte Motiv
verfolgt und dabei von den AF-Feldern 4, 10, 11, 16 und 19 an die Felder 3, 8, 14, 15, 16 übergeben.

 

 

 

 

 

 

 

Weiterlesen:

Start

Autofokus

Bedienung

Auto-ISO

Sucher Teil 2

AF-Feintuning