Naturbilder Digital

Sucher Teil 2

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EOS 7D Praxis – Sucher Teil 2 : Weitere Funktionen

14.10.2009

Der Sucher Teil 2 – Beleuchtung, Netzgitter, Wasserwaage

Unter den Individualeinstellungen gibt es eine, mit der man die Beleuchtung der Sucheranzeigen einstellen kann. Als Optionen bietet diese “C.Fn III/8″ folgende Einstellungen an:
0 – Automatisch, die Beleuchtung der Anzeigen wird bei Dunkelheit aktiviert,
1 – Aktivieren, die Beleuchtung wird angeschaltet,
2 – Deaktivieren, es wird nicht beleuchtet.
Mit der Erwartung, bei stockdunkler Nacht ein Terminator-Display im Sucher zu sehen, schalte ich also die “C.Fn III/8″ auf “1″ und aktiviere die Beleuchtung. Ich schaue durch den Sucher und sehe – nichts…
Nach einigem Probieren und zwischenzeitlicher Panik ob eines Garantiefalles an der neuen Kamera kann ich Entwarnung geben. Sagen wir mal, die Beschreibung in der Bedienungsanleitung ist unglücklich knapp.
Es gibt keine permanente Beleuchtung der Anzeigen, und das ist auch gut so, denn sie würde gerade bei schwachem Umgebungslicht den Blick auf dieses sehr stark behindern. Was tatsächlich beleuchtet wird, sind die ausschließlich 2 Aktivitäten: die manuelle Wahl eines AF-Messfeldes, einer Zone oder eines AF-Startfeldes in den verschiedenen AF-Messfeldwahlmodi und das Einrasten des Fokus bei gefundenem Schärfepunkt im “One Shot”-Betriebsmodus. Sonst ändert sich nichts, denn: die Wasserwaage wird bei Benutzung ebenso immer beleuchtet, also auch wenn die Beleuchtung der Sucheranzeigen deaktiviert ist, wie der Wechsel zwischen den AF-Messfeldwahlmodi, also das Umschalten zwischen Einzelfeld-AF, Zonen-AF und so weiter.

In der Praxis ist die Funktion der Beleuchtung so, wie sie Canon hier integriert hat, logisch und richtig. Eine ständige Beleuchtung des Suchers im Dunkeln wäre sehr störend, und so ist es gut, wenn nur die wirklich wichtigen Aktionen beleuchtet werden. Obwohl ein Weglassen dieser C.Fn und immer beleuchtete Aktivitäten auch nicht wirklich stören würden.

Das Bild rechts 7D_Sucher_beleuchtet
zeigt den Sucher, wie er beim manuellen Wechsel eines AF-Messfeldes kurz aufleuchtet.
Die Indikatoren strahlen rot und über dem Sucherbild liegt ein rötlicher Schimmer. Hier wurde die
“C.Fn III/9 – Alle AF-Messfelder anzeigen” aktiviert.

 

 

 

 

 

Bild unten: zur Darstellung des Verhaltens einiger über die AF-Indikatoren angezeigter Funktionen habe ich diese nach folgendem Schema durchnummeriert: oben beginnend von links nach rechts.

 7D_Sucher_Nummern

Die Sucher-Wasserwaage

In der 7D gibt es nun eine Funktion, die vielen Fotografen, so auch mir, bei einigen speziellen Aufträgen die Arbeit wirklich erleichtern kann oder zumindest den Umfang des nötigen
Equipments reduziert. Eine Wasserwaage gehört beispielsweise bei der Erstellung hochwertiger Panoramen fast unvermeidlich dazu.
Die 7D erspart nun das zusätzliche Handwerkergerät und hat es gleich dabei: in Form einer Animation auf dem großen Monitor oder dargestellt im Sucher mit Hilfe der AF-Indikatoren.7D_Sucher_WaaWa_3vorn_4rechts
Die 7D besitzt in jedem der herkömmlichen, sagen wir “großen”, Indikatoren einen kleinen für die Darstellung des Spot-AF oder zur Anzeige aller AF-Felder in den Autofokus-Betriebsarten, wenn gewünscht. Als dritte Aufgabe übernehmen sie eine Funktion bei der Darstellung der Neigung der Kamera. Hierbei dient die vertikale Achse beim Blick durch den Sucher – das sind die AF-Felder 1, 4, 10, 16 und 19 nach der Nummerierung in der Abbildung – der Darstellung der Kameraneigung vorn/hinten hoch/runter (also das Kippen der Kamera über die Hand) und die horizontale Achse mit den Punkten 7 bis 13 der Darstellung des Verdrehens um die Objektiv-Längsachse, also des seitlichen Kippens.
Rechts sehen sie einen Blick durch den Sucher bei eingeschalteter Wasserwaage und nicht gerade ausgerichteter Kamera. In diesm Fall ist sie 3° nach vorn und 4° nach rechts gekippt.
Nach etwas Grübelei und “einholen einer zweiten Meinung” halte ich die Darstellung der Wasserwaage für richtig und logisch. Im Prinzip entspricht sie dem Verhalten einer Dosenlibelle,
was die Anzeige der Neigung angeht. Man muß sich aber daran gewöhnen, das die Libelle nicht wie sonst und physikalisch logisch von oben, sondern um 90° gedreht von der Seite betrachtet wird -als würde man sie über einen schräg darüber gehaltenen Siegel sehen.

In der Praxis funktioniert das so: zunächst wird mit dem M-Fn-Taster vorn am Auslöser die Sucher-Wasserwaage aktiviert. Nun heißt es, je weniger AF-Feldindikatoren im Sucher zu sehen sind, um so gerader ist die Kamera. Hierzu werden in der Vertikalachse die Neigungen mit Hilfe der großen und der kleinen Rechtecke dargestellt. So bedeutet die Anzeige des ersten kleinen Spot-AF Indikators oberhalb der Mitte, das die Kamera um ein Grad nach hinten gekippt, die Spitze des Objektives also etwas zu weit oben ist. Leuchtet dazu noch der große Indikator zusätzlich zum kleinen, sind es zwei Grad Abweichung. Auf diese Weise lassen sich nach oben und unten Abweichungen von ein bis vier Grad anzeigen. Der oberste und der unterste Indikator leuchten dann auf, wenn die Kamera über vier Grad nach oben oder unten gekippt ist.

 

 

Bild rechts: 1° hinten und 1° links gekippt 7D_Sucher_WaWaa_1hinten_1links

 

 

 

 

 

 

 

 

Die seitliche Neigung wird sogar bis sechs Grad dargestellt. Da die Spot-AF Indikatoren aber permanent als optischer Horizont eingeblendet sind, nutzt die 7D ein etwas anders Prinzip zur Veranschaulichung der Neigung. Denn ist die Kamera beispielsweise um ein Grad seitlich rechts geneigt, leuchten im Sucher die Indikatoren 10 (Mitte) und 11 (rechts neben Mitte). Beträgt die Neigung aber zwei Grad, leuchtet nur noch Indikator 11. Das Aufleuchten eines einzelnen AF-Indikators steht also für die Neigung der Kamera in den Stufen 0, 2, 4 und 6 Grad sowie “mehr als sechs Grad” nach rechts oder links. Leuchten zwei Indikatoren, handelt es sich um einen Zwischenschritt, also 1, 3 oder 5 Grad.
Nach etwas Eingewöhnungszeit kann man mit diesem hilfreichen Instrument auch aus der Hand gerade Architekturfotos oder ausgerichtete Superweitwinkelbilder fotografieren für die Arbeit vom Stativ gibt es noch die Wasserwaage auf dem Display.

7D_Sucher_WaWaa_4mehr_vorn

Bild rechts: die 7D ist um mehr als 4° nach vorn gekippt. Der untere große indikator blinkt.

 

 

 

 

 

 

 

Gitter im Sucher

Die 7D benötigt zumindest für die Einblendung von Gitterlinien zur Ausrichtung der Kamera an der Umgebung keine Wechselmattscheiben mehr. Wie bei einigen Konkurrenzmodellen lassen sich diese nun einfach in den Sucher einblenden. Dazu aktiviert man im Hauptmenü der Kamera (Karteireiter Nummer acht, zweites gelbes Menü ganz unten) die Funktion “Gitter im Sucher” und schon werden rings um die “AF-Zone” einige horizontale und vertikale Linien angezeigt. das ist sehr nützlich, wenn man schnelle die Kamera ausrichten will oder muss, aber nicht die zeit zur Bedienung der Wasserwaage hat. die Lösung gefällt mir deutlich besser, als das Wechseln der Mattscheibe, wie es bisher bei Canon nötig war, um zu Orientierungslinien im Sucher zu kommen.

7D_Sucher_Gitter

 

Weiterlesen:

Start

Autofokus

Bedienung

Auto-ISO

Sucher Teil 1

AF-Feintuning