Naturbilder Digital

Unverhofft kommt oft …

Mai 2007

(Frank Düring)

In diesem Jahr sollte es doch endlich einmal möglich sein, bei mir zu Hause im Wald die Dachse vernünftig vor die Linse zu bekommen.
Schließlich beobachtete ich sie doch schon seit nunmehr 5 Jahren in Folge.
Damals 2003, als ich sie das erstemal entdeckte, besaß ich noch keine Spiegelreflexkamera sondern nur eine digitale Kompaktknipse. Dieses Ding brachte mich bei den Dachsen regelmäßig zur Verzweiflung:
Obwohl die Tiere im Mai schon um 19.00 Uhr draußen waren, sogar jedesmal mit ihren Welpen, konnte ich niemals gescheite Aufnahmen hinbekommen, weil diese verfl…. Kompaktknipse eine unendlich lange Auslöseverzögerung hatte. Es dauerte immer einige Sekunden vom Betätigen des Auslösers bis der (nicht abschaltbare) Autofokus endlich packte und dann endlich der Sensor belichtet wurde.
Egal, wie nah ich an die Dachse herankam (teilweise sogar auf Armlänge) oder wie lange sie ruhig hielten, Die Aufnahmen wurden einfach nicht scharf, oder der Dachs war schon aus dem Bild gelaufen.
Als ich dann endlich meine erste DSLR hatte, sollte es doch besser gehen. Doch von nun an habe ich bis heute keine Dachswelpen mehr gesehen und die wenigen Alttiere, die ich immer wieder einmal nach langem Ansitzen dort sah, waren sehr vorsichtig und scheu. Also ist es mir bis heute nicht gelungen, wirklich gute Dachsaufnahmen hin zu bekommen.
So saß ich auch in diesem Frühjahr wieder einmal bei der Dachsburg und hatte mich auf die Stelle ausgerichtet, an der letztes Jahr der Dachs erschien, von dem mir nur ein Foto gelang (na ja, ich konnte eigentlich nur schnell ablichten mehr aber auch nicht).

FD_07_1668wEine Weile weile beobachtete ich etwa 7 Meter vor meinem Tarnnetz ein junges Kaninchen, das sich in aller Seelenruhe putzte.
Dann plötzlich sah ich keine 5 Meter rechts von mir ein dunkles Fell langsam aus einer alten Dachshöhle herauskommen.

- Ein Fuchs !!! (Darauf war ich auch schon lange scharf)
Ich war zu seiner Seite hin völlig frei sichtbar!
Er schaute zu mir herüber und wusste nicht so recht etwas mit dieser Situation anzufangen.
Ich wagte nicht, mich zu bewegen. Der Fuchs stand ganz still und schaute aufmerksam zu mir herüber. (Herzklopfen: bei mir und bestimmt auch bei dem Füchslein- es sah sehr jung aus)
Im Zeitlupentempo versuchte ich, die Kamera zum Fuchs hin auszurichten. Aber diese leise Bewegung reichte aus, um ihn wieder im Bau verschwinden zu lassen.
Nun waren die Dachse völlig vergessen und ich baute ganz vorsichtig das Stativ in eine für mich bequemere Position.
Tatsächlich kam das Tierchen ein paar Meter weiter immer wieder mit dem Kopf aus einem Hintereingang heraus und prüfte, ob die Luft rein war. Dabei konnte ich dann das erste Bild “schießen”. Mir gelangen an diesem Tag nur vier Aufnahmen, die alle gleich aussahen.

Ein paar Tage später machte ich mich wieder auf zum Fuchs.
Dieses Mal positionierte ich mich so hinter meinen Tarnschals, dass der Fuchs mich von seinem Bau aus nicht sehen konnte, ich aber den gesamten Bereich übersehen konnte.
Nachdem ich bereits über drei Stunden so auf meinem Dreibeinklapphocker saß, schmerzten mir schon alle Glieder, alle meine Beine und der Hintern waren schon mehrfach eingeschlafen und wieder kribbelnd aufgewacht.
Ich nahm mir vor, nur noch eine Viertelstunde zu warten (das Licht wurde auch schon schlechter) und dann halt für den Tag aufzugeben. Da kam doch endlich kurz vor 20.00Uhr der Fuchs wieder aus seinem Bau heraus und lief recht unentschlossen und unsicher ein paar Meter nach links, sah in meine Richtung (“irgend etwas stimmt hier doch nicht ” schien er zu denken), lief dann drei, vier Meter wieder nach rechts und beobachtete mein Versteck.
Nach etwa 5 Minuten zog er dann friedlich von dannen um sein Abendessen zu besorgen.
Ich nutzte seine Abwesenheit dann, um unauffällig zu verschwinden und ihn nicht noch mehr zu stören.
Das war leider auch bis jetzt das letzte Mal, dass ich ihn sah.

FD_07_1674wDiese Geschichte ist auch wieder einmal, genau wie die mit dem Eisvogel, ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die besten Fotogelegenheiten oder Motive sehr häufig plötzlich und völlig unverhofft auftauchen, wenn man schon ans Einpacken denkt.
Daher habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, die Kamera erst weg zu legen, wenn ich wieder im Auto bzw. zu Hause bin.

 

 

 

 

 

 

 

FD_07_1670w

In diesem Jahr (2014) sind mir endlich einmal wieder Aufnahmen frei lebender Füchse gelungen. Diese sind im Blog auf meiner anderen Seite zu finden.